Hôtel Lutecia, Paris – Olivier Ameisen im Frühjahr 2013

Hôtel Lutecia, Paris
Olivier Ameisen im Frühjahr 2013

Letzte Bilder – –  letzte Worte

aufgenommen im Frühjahr 2013 von Stéphane Mallard – übersetzt 2015 von Ursula Hansen

Meine Hypothese war das Verlangen nach Alkohol zu unterdrücken, die Symptome der Abhängigkeit zu beseitigen und somit die Sucht zu überwinden.

Anders, als bei einer bakteriellen Krankheit, da muss man die Bakterien beseitigen, und nicht nur die Symptome. Weiter lesen auf Seite 2

Informationen über Baclofen bei Alkoholabhängigkeit


Das Alkohol und Baclofen Forum hat 2.633 Mitglieder und listet zu 3.737 Themen 44.121 Beiträge. Über 280 wissenschaftliche Publikationen im Kontext mit Baclofen sind derzeit abrufbar. Aktuell sind im Forum 127 behandelnde  Ärzte aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Frankreich auf Anfrage vermittelbar.

Frankreich: das  Forum Aubes Baclofène hat 5.873 Mitglieder, Forum Alcoolisme et baclofène hat 11.050 Mitglieder (Die  allermeisten Mitglieder weltweit) NEU: ein zweites Deutsches Forum hat über 2.000 Mitglieder und kann ohne Registrierung besucht werden.

Interessenten die mehr Informationen benötigen, sind eingeladen die Foren zu besuchen. Aus nachvollziehbaren Gründen sind in einigen Foren sensible Bereiche ausschließlich registrierten Mitgliedern zugänglich.

Den blog verfolgen derzeit mehr als 5.800 registrierte Benutzer (Abonnenten).

Ich hatte nur eine Frage an Prof. Olivier Ameisen …

ameisen_autor5… und hier ist die Antwort:“die Dosierung ist komplett egal und individuell, du musst einfach nur DEINE Dosierung finden. Einige erreichen das Ziel mit niedriger Dosierung, andere müssen bis zu 400mg gehen, egal, es gibt keine generelle Dosierungsanleitung.“ Ach so ja, die Frage war: „warum dosiert man in Frankreich so hoch, wir dagegen haben in Deutschland sehr gute Erfolge mit 55mg im Mittelwert?“

Die Autoren-Lesung in Ravensburg/Bodensee, war die erste Lesung mit Olivier Ameisen (in Deutschland) seit das Buch erschienen ist. Ungefähr 80 Leute drängten sich in der Buchhandlung Ravensbuch, darunter alleine 2 Neurologen und 2 Allgemeinärzte. Olivier traf ich bereits im Zug und wir vereinbarten nach der Lesung ein gemeinsames Abendessen. Nach der Lesung kam eine angeregte Diskussion in Gang und ich hatte die Gelegenheit das Forum kurz vorzustellen. Alle Fragen waren durchaus intelligent, bis auf eine, ausgerechnet von einem Neurologen. Er meinte tatsächlich Baclofen würde wohl bei einem „Ausnahmealkoholiker“ wie Ameisen aber doch nicht bei einem gewöhnlichen Spiegeltrinker wirksam sein können. Oliver antwortete trotzdem ganz cool und meinte nur er wäre keine Ausnahme sondern die Regel, Baclofen würde bei allen Alkoholikern wirken.

Während Olivier seinen Autorenpflichten nachkam (signieren), bestürmten mich einige Teilnehmer mit Fragen und wollten Kontakt-Adressen von mir. Leider fiel das Abendessen dann deswegen aus und wir trafen uns erst zum Frühstück wieder, zufällig wohnten wir im selben Hotel. Wir unterhielten uns sehr angeregt und vereinbarten in Zukunft eine engere Kommunikation.

Die Forenarbeit hält er übrigens für überaus wichtig, er sagte sinngemäß: Baclofen wird sich weiter von unten durchsetzen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Entzugs- und Therapieeinrichtungen vor leeren Betten stehen werden. Es werden sicher neue Medikamente auf der gabaergen Basis auf den Markt gebracht, das wird aber dauern und bis dahin wird Baclofen seinen festen Platz in der Suchtarbeit haben. Psychotherapie ist sehr wichtig, mit Hilfe von Baclofen oftmals erst dann wirklich sinnvoll und effektiv. Wie wir auch, meinte Olivier mit Baclofen gäbe es keinen Rückfall. Er findet aber unsere Bezeichnung Vorfall auch nicht hilfreich, es ist vielmehr nicht der Rede wert, da die Grundlage all dieser Vor/Rückfälle – die Angst davor, Dank Baclofen – entfällt.

Für mich persönlich war es ein eindrucksvolles Erlebnis, diesen großartigen Mann kennen lernen zu dürfen. Leider können nur wir, die wir die Sucht selbst erlebt haben ermessen, was für eine herausragende „Humanitäre Leistung“ Prof. Olivier Ameisen vollbracht hat. Meines Wissens hat vor ihm noch nie ein Mediziner den Mut aufgebracht, seine eigene Suchtgeschichte öffentlich zu machen. Die einzige Motivation: Millionen von suchtkranken Menschen wieder ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen.

Vielen Dank Olivier Ameisen

Nun, es ist natürlich schön, wenn Suchtexperten endlich ihren Job machen.

ameisen

WELT ONLINE Von Pia Heinemann 19. Februar 2010, 10:20 Uhr

Mit seinem Buch „Das Ende meiner Sucht“ hat Olivier Ameisen vielen Menschen Hoffnung gemacht: Er war Alkoholiker und testete an sich ein Medikament gegen die Abhängigkeit. Noch ist die Zulassung fern, doch das Medikament wird bereits gegen andere Suchtkrankheiten eingesetzt. WELT ONLINE sprach mit dem Forscher.

WELT ONLINE: Professor Ameisen, vor zwei Jahren hat die New York State-Universität ihnen einen Professoren-Titel verliehen, weil Sie eine Therapie gegen die Sucht gefunden haben. In Ihrem Buch „Das Ende meiner Sucht“ beschreiben Sie sehr offen die körperlichen und seelischen Abgründe, in die Sie der Alkohol getrieben hat. Mussten Sie so drastisch werden?

Ameisen: Sie fanden das drastisch? Nun, es ist einfach die Realität gewesen. Ich war so gefangen in meiner Sucht, dass ich meiner Universität und dem Klinikum die Niederlegung meiner Ämter angeboten habe. Allerdings haben das Medical College der Cornell Universität, an dem ich Medizinprofessor war und das New York Hospital, wo ich als Herzspezialist arbeitete mein Gesuch abgelehnt. Sie wollten mich behalten und waren sehr stolz, als ich von Präsident Chirac zum „Ritter der Ehrenlegion“ ernannt wurde. Ich empfand es aber damals, wohl als Folge des geringen Selbstwertgefühles, das die Sucht mit sich bringt, als unverdient. Ich entschied mich, keine Patienten mehr zu behandeln, bis meine Krankheit vorbei war. Ich habe meine Familie und meine Freunde immer wieder vor den Kopf gestoßen und enttäuscht. Ich habe mich durch unzählige Entzugstherapien und Sitzungen bei den Anonymen Alkoholikern geschleppt. Ich hatte immer wieder Hoffnung.

Weiterlesen …

Zusammenfassung der 2. Umfrage-Ergebnisse

Auswmini


1.
Baclofen bei Alkoholabhängigkeit

1.1 Die zur Erreichung des Ziels Abstinenz oder Moderates Trinken notwendige Dosierung liegt mit ca. 60 mg pro Tag deutlich unter den von O. Ameisen genannten Werten von 1-5 mg pro Kg Körpergewicht.

1.2 Baclofen eignet sich in gleicher Weise für eine Erhaltung der Abstinenz und des Zustands eines Moderaten Trinken. Beim Moderaten Trinken ist das Craving und das Interesse an Alkohol jedoch deutlich vorhanden, wenn auch in einer abgeschwächten Form im Vergleich zur Situation ohne Baclofen.

1.3 Baclofen wird in der Behandlung der Alkoholabhängigkeit stetig bis zu einer individuell zu bestimmenden Dauerdosierung gesteigert. In dieser Form der Anwendung sind die Nebenwirkungen als leicht zusammenzufassen. Die Dauerdosierung scheint nicht durch die Schwere der Alkoholabhängigkeit bestimmt.

Ein Hochdosieren von Baclofen zur Erreichung der Abstinenz auf Tagesdosen von mehr als 200 mg mit einer Runterdosierung auf eine Erhaltungsdosis wie von O. Ameisen empfohlen, beruht auf einer Einzelerfahrung und widerspricht unseren Ergebnissen.

1.4 Dosierungen oberhalb von 100 mg pro Tag mit gleichzeitigem Alkoholkonsum können erhebliche Nebenwirkungen verursachen. In noch größerem Maße gilt das für Dosierungssprünge von mehr als 50 mg oder mehr pro Tag . Sprach- und Konzentrationsstörungen oder ein kompletter Kontrollverlust wird berichtet.

2. Baclofen bewirkt eine vollständige Beseitigung bzw. eine deutliche Reduzierung von Angst und Depressionen; die Wirkung verstärkt sich mit der Dosierungsdauer.

3. In der Reduktion des Zigarettenkonsums ist eine positive Wirkung deutlich, wenn auch bei weitem nicht so ausgeprägt wie bei Angst und Depressionen und in der Alkoholabhängigkeit.

4. Die wesentliche positive Wirkung von Baclofen ist die gesteigerte Motivation und der Elan.