Informationen über Baclofen bei Alkoholabhängigkeit


Das Alkohol und Baclofen Forum hat 2.633 Mitglieder und listet zu 3.737 Themen 44.121 Beiträge. Über 280 wissenschaftliche Publikationen im Kontext mit Baclofen sind derzeit abrufbar. Aktuell sind im Forum 127 behandelnde  Ärzte aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Frankreich auf Anfrage vermittelbar.

Frankreich: das  Forum Aubes Baclofène hat 5.873 Mitglieder, Forum Alcoolisme et baclofène hat 11.050 Mitglieder (Die  allermeisten Mitglieder weltweit) NEU: ein zweites Deutsches Forum hat über 2.000 Mitglieder und kann ohne Registrierung besucht werden.

Interessenten die mehr Informationen benötigen, sind eingeladen die Foren zu besuchen. Aus nachvollziehbaren Gründen sind in einigen Foren sensible Bereiche ausschließlich registrierten Mitgliedern zugänglich.

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Baclofen bei Angst & Panik

Erste Stimmen von Betroffenen die „nur“ unter Angststörungen und Depressionen leiden:

… erstmals macht sich in mir eine starke Hoffnung breit, ich könnte ein Leben ohne Angst führen. Meine Depressionen sind kein Thema mehr und auch das Wetter macht mir nicht so zu schaffen, wie ich das von mir eigentlich gewohnt bin. Etliche Therapien, oft begleitet von Antidepressiva (Paroxat, Citalopram, für Notfälle Tavor) haben im Grunde keine echte, dauerhafte Verbesserung gebracht.

Mittlerweile stelle ich mit Erstaunen das völlige Fehlen jeglicher Angstsymptome fest, Depressionen sind seither verschwunden. In der SHG (Angst & Panik) und im Freundeskreis ist meine Veränderung optisch als auch stimmungsmäßig aufgefallen, ich werde ständig darauf angesprochen.

Bereits in der ersten Woche mit einer Dosierung von 15mg/tägl. ging es mir erstmals seit Jahren, bedeutend besser, meine Angst betreffend. Ich bin seit ca. 12 Jahren in Behandlung, habe diverse Therapien durchlaufen unter anderem eine LZT in einer psychosomatischen Klinik.

Etwas Angst habe ich manchmal, daß die Wirkung nachlassen könnte und ich aus diesem Traum erwache. Mit jeder weiteren Woche verblasst auch dieser Gedanke und meine Zuversicht wächst.

Start von Paradigmenwechsel e.V.

Signatur

Baclofen.blog.de wurde am 21. 10. 2009 von 2 Betroffenen gegründet. Unsere Erfahrungen mit Baclofen lagen zum damaligen Zeitpunkt gerade mal einige Wochen zurück. Beide wussten wir bereits zu diesem Zeitpunkt, Baclofen war die „entscheidende Wende“ in unserem Leben, wir erfuhren aufgrund vieler Zuschriften, dass es keine Einzelerfahrung sein konnte.


Das Forum Alkohol-und Baclofen-Forum.de war deshalb ein nächster, logischer Schritt, es machte eine schnelle und effiziente Kommunikation möglich, sowohl in der Informationsverbreitung als auch in der Gewinnung von Informationen mit dem Schwerpunkt Baclofen und die Behandlung von Alkoholismus, Angst und Depressionen. Das Forum wuchs schnell und stabil, viele drängende Fragen standen und stehen im Fokus des Forums.


Heute wird das Forum von vielen Mitgliedern als virtuelle SHG betrachtet, eigentlich unser ursprüngliches Ziel. Die Qualität nahezu aller Beiträge im Forum und die Ergebnisse unserer Auswertungen, machen das Forum darüber hinaus zu einem vielbeachteten Portal für Wissenschaftler, Ärzte, Therapeuten und Mitarbeiter in Nachsorge-/Selbsthilfeorganisationen.


Jetzt ist es an der Zeit, eine breitere Öffentlichkeit anzusprechen. Die Zeit ist reif, sich von den alten Paradigmen in der Behandlung von Alkoholismus, Angst und Depressionen zu lösen und neue zu entwickeln. Paradigmen, die das Leben von Millionen Menschen positiv verändern werden und die in der Folge gesamtgesellschaftliche Auswirkungen haben werden.


Deshalb haben wir Paradigmenwechsel e.V.  die Namenswahl ist zwangsläufig – gegründet. Der Verein ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und wird deshalb Forderungen erheben, Ansprüche formulieren, politisch aktiv werden. Die Vertreter des Vereins können Öffentlichkeitsarbeit betreiben, Diskussionsbeiträge liefern, Vorträge halten und Forderungen an die Politikverantwortlichen stellen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein zentrales Portal zu schaffen um den Austausch von gesicherten Informationen und Ergebnisse der aktuellen Forschung zur Verfügung zu stellen. Alkoholismus darf nicht länger anonym bleiben.


Angsterkrankungen und Depressionen müssen abseits der Sensationsberichterstattung in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden.


Der Verein stellt sich auf seiner Website paradigmenwechsel-ev.de detailliert vor.


Die Admins

 

Nun, es ist natürlich schön, wenn Suchtexperten endlich ihren Job machen.

ameisen

WELT ONLINE Von Pia Heinemann 19. Februar 2010, 10:20 Uhr

Mit seinem Buch „Das Ende meiner Sucht“ hat Olivier Ameisen vielen Menschen Hoffnung gemacht: Er war Alkoholiker und testete an sich ein Medikament gegen die Abhängigkeit. Noch ist die Zulassung fern, doch das Medikament wird bereits gegen andere Suchtkrankheiten eingesetzt. WELT ONLINE sprach mit dem Forscher.

WELT ONLINE: Professor Ameisen, vor zwei Jahren hat die New York State-Universität ihnen einen Professoren-Titel verliehen, weil Sie eine Therapie gegen die Sucht gefunden haben. In Ihrem Buch „Das Ende meiner Sucht“ beschreiben Sie sehr offen die körperlichen und seelischen Abgründe, in die Sie der Alkohol getrieben hat. Mussten Sie so drastisch werden?

Ameisen: Sie fanden das drastisch? Nun, es ist einfach die Realität gewesen. Ich war so gefangen in meiner Sucht, dass ich meiner Universität und dem Klinikum die Niederlegung meiner Ämter angeboten habe. Allerdings haben das Medical College der Cornell Universität, an dem ich Medizinprofessor war und das New York Hospital, wo ich als Herzspezialist arbeitete mein Gesuch abgelehnt. Sie wollten mich behalten und waren sehr stolz, als ich von Präsident Chirac zum „Ritter der Ehrenlegion“ ernannt wurde. Ich empfand es aber damals, wohl als Folge des geringen Selbstwertgefühles, das die Sucht mit sich bringt, als unverdient. Ich entschied mich, keine Patienten mehr zu behandeln, bis meine Krankheit vorbei war. Ich habe meine Familie und meine Freunde immer wieder vor den Kopf gestoßen und enttäuscht. Ich habe mich durch unzählige Entzugstherapien und Sitzungen bei den Anonymen Alkoholikern geschleppt. Ich hatte immer wieder Hoffnung.

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Eine Frage der Reinheit …

Wallace

David Foster Wallace

mit der Frage wie eigentlich Sucht definiert wird, habe ich mich schon sehr lange Zeit beschäftigt. Zu Anfang dachte ich Sucht kommt von Suchen. Mit erhobenem Zeigefinger erklärte mir ein ganz schlauer Therapeut eines Tages, es käme von Siech und bedeute Krankheit, also Siechtum.

Seit ich Baclofen nehme, habe ich zu diesem Thema ganz neue Zugänge und komme ständig zu neuen Erkenntnissen. Ausserdem bleibe ich neuerdings bei Themen hängen die eigentlich mit diesem Thema nicht viel zu tun haben, dachte ich jedenfalls. Ist das eine Nebenwirkung von Baclofen?

So las ich gestern im Spiegel (Ausgabe4/2010) einen Artikel mit dem Titel „Freiheit ist ein verkrüppelter Begriff.“
In dem Artikel geht es u. a. um das realistische Erzählen als eine Form des Widerstands. Zwei amerikanische Schriftsteller, Jonathan Franzen und Adam Haslett werden von Spiegel-Redakteuren zum Thema befragt. Über diesen Auszug bin ich förmlich gestolpert:

Spiegel: David Wallace hat sich 2008 umgebracht. Ist Schreiben lebensgefährlich? Wallace sah sich offenbar vor die Alternative gestellt, Antidepressiva zu nehmen oder produktiv zu bleiben. Er hat sich fürs Schreiben entschieden.

Franzen: Es war ein bisschen komplizierter. Seit seiner Teenagerzeit war er drogenabhängig, er war ein schlechter Patient. Und dann hat er mehr und mehr nach absoluter Reinheit gesucht., er wollte der abstinente Alkoholiker schlechthin sein. Ich sagte ihm, dass es wahnsinnig sei, ohne alles auszukommen, doch er wollte Rein bleiben, und natürlich gibt es keine höhere Form der Reinheit als den Tod.

Peng, das haute mich um. Dieser Satz, … und natürlich gibt es keine höhere Form der Reinheit als den Tod, beschäftigte mich den ganzen Tag. Und über Sucht, Angst, Baclofen, GABA, Dopamin entstand der Gedanke: wenn die Angst per se überlebensnotwendig ist, kann sie dennoch fehlgeleitet werden, zum Tod führen, wie z. B. durch die Komorbität mit Drogenabhängigkeit.

Baclofen nimmt mir die Angst und macht Alkohol überflüssig. Abhängigkeit scheint mir ebenfalls lebensnotwendig zu sein. Das fängt schon am ersten Tag des Lebens an, die erste Abhängigkeit ist die zur Mutter. Kein Tier ist derart unselbständig und damit abhängiger, als der Homo Sapiens und das auch noch einige Jahre lang. Kaum abgenabelt, erlernt Mensch neue Abhängigkeiten und löst sich dann wieder um scheinbar unabhängig zu werden. In meinem Leben lief da irgendetwas falsch, ich blieb irgendwie in der Abhängigkeitsfalle hängen. Ursprünglich lebensnotwendige, im Reptiliengehirn seit Jahrmillionen abgespeicherte Überlebensstrategien haben sich gegen mich gewandt und mich fast das Leben gekostet. 

David Wallace hat offensichtlich nie etwas von Olivier Ameisen oder Baclofen gehört geschweige denn gelesen und so verpasste er die letzte Ausfahrt. Vielleicht hätte er mit Baclofen den Irrweg „der absoluten Reinheit“ verlassen können, sich ab und an etwas Unreinheit erlauben können. Lieber nicht ganz so rein

Ein neues Update für ihre Braindisk ist verfügbar

Alles noch am Anfang aber wenn das Prinzip funktioniert, könnte man da nicht das Suchtgedächtnis auch einfach überschreiben? Kein Suchtgedächtnis – kein Suchtdruck – kein Baclofen?

Mit einem einfachen Trainingsprogramm haben Wissenschaftler Menschen unangenehme Ereignisse vergessen lassen. Sie haben dazu die angstbeladenen Erinnerungen zunächst erneut hervorgerufen, um sie dann mit neutralen Informationen zu überschreiben, berichten die Forscher im britischen Fachmagazin „Nature“. Die Erinnerungsblockade halte mindestens ein Jahr an und beeinträchtige das Erinnern an andere Ereignisse nicht. Das Verfahren könnte sich zur Behandlung von Menschen mit quälenden Angststörungen wie etwa einer einer posttraumatischen Belastungsstörung einsetzen lassen, hoffen die Forscher.

Das menschliche Gedächtnis ist – anders als lange Zeit angenommen – kein starres, unveränderliches Erinnerungsprogramm. Gedächtnisinhalte werden regelmäßig reaktiviert und auf ihre aktuelle Relevanz hin überprüft, bevor sie erneut gespeichert werden. Während dieses „Updates“ – der sogenannten Rekonsolidierungsphase – lassen sich Erinnerungen verändern. Forscher haben sich dies bereits zunutze gemacht, um mit Hilfe von Medikamenten angstbeladene Erinnerungen nach ihrer Reaktivierung aus dem Gedächtnis zu löschen. Allerdings erfolgten diese Experimente bisher vor allem in Tierversuchen; zum Einsatz beim Menschen eignen sie sich aufgrund der verwendeten Medikamente oft nicht.

Quadrate und Elektroschocks

Elizabeth Phelps und ihre Mitarbeiter von der New York University untersuchten nun, ob sie negative Erinnerungen beim Menschen einfach umschreiben und ihnen dadurch den Schrecken nehmen können. Dazu erzeugten sie bei ihren Probanden zunächst ein Angstgedächtnis: Sie zeigten ihnen auf einem Bildschirm verschiedenfarbige Quadrate. Beim Anblick einer bestimmten Farbe bekamen die Probanden einen kleinen Elektroschock versetzt. Nach einiger Zeit reagierten die Versuchspersonen allein beim Anblick des farbigen Quadrats, auch ohne Elektroschock, mit Angst.

Am nächsten Tag erfolgte die Auslöschung des Angstgedächtnisses. Dazu riefen die Forscher die Erinnerung erneut hervor, indem sie den Probanden das entsprechende Quadrat zeigten. In der dann folgenden Rekonsolidierungsphase bekamen die Versuchspersonen immer wieder das Quadrat zu sehen, erhielten aber keinen Elektroschock mehr. So lernten sie, dass das Objekt harmlos ist. Am folgenden Tag reagierten die Probanden neutral auf das Quadrat, die angstbeladene Erinnerung war verschwunden.

Nur sechs Stunden Zeit

Allerdings funktioniert das nur, wenn das Überschreiben der alten Information innerhalb der labilen Rekonsolidierungsphase erfolgt, berichten die Wissenschaftler. Diese dauert nach der Reaktivierung der Erinnerung etwa sechs Stunden. Versuchspersonen, bei denen zwischen Reaktivierung der Erinnerung und dem Auslöschungstraining mehr Zeit lag, reagierten beim Anblick des Quadrats weiterhin mit Angst.

Die Wissenschaftler hoffen, dass unangenehme Erinnerungen so dauerhaft aus dem Gedächtnis verschwinden. Bisherige Techniken zur Angstbeseitigung beruhen darauf, die Erinnerung zu unterdrücken, allerdings kann diese Unterdrückung vor allem unter Stress wieder aufgehoben werden.